Das Joseph
McGinty Nichol sich in erster Linie mit Videoclips beschäftigt, hat man bereits im ersten Teil gemerkt, bei „Full Throttle“ wird das noch deutlicher: Es vergeht eigentlich keine Minute im Film, die nicht von harten Gitarren, schnellen Beats oder markantem Singsang unterlegt ist, alles im Zeichen der „Generation MTV“.
Drei Engel für Charlie: Volle Power, der Videoclip zum Soundtrack, jetzt im Kino! müsste eigentlich auf den Plakaten stehen, denn nichts anderes sehen wir auf der Leinwand. Farbenfrohe Hochglanzbilder, unendlich viele Schnitte und 105 Minuten Musikvideos in kleine Häppchen von je ca. 5 Minuten unterteilt. Jede Sequenz im Zeichen eines anderen Künstlers…
Das klingt aber alles wesentlich hektischer und vielleicht auch negativer als es im Endeffekt ist, schließlich war es in Teil 1 nicht großartig anders und konnte auch durchaus überzeugen und für Kurzweil und gute Laune sorgen.
Das bringt uns auch zu dem entscheidenden Punkt: Eigentlich gibt es keinen wirklichen Unterschied zwischen Teil 1 und 2, streckenweise gewinnt man sogar den Eindruck, dass
McG 
sich sämtliche einprägsamen Szenen aus Teil 1 herausgepickt hat, um sie aufzuwärmen und auf die Spitze zu treiben. Der „Ärscheltanz“ von Cameron ist zwar immer noch sehenswert, aber halt schon bekannt, ebenso wie die eindeutig zweideutigen Ansprachen von Lucy. Na ja, besser gut geklaut, als schlecht selbst erdacht. Ein Plagiat bei sich selbst gibt es schließlich nicht, von daher ist es legitim und gibt nur einen Abzug in der B-Note.
Spaß macht das Ganze aber trotzdem noch und das nicht zu knapp. Es wird immer versucht, auf Teil 1 noch einen draufzusetzen. Die Effekte sind noch zahlreicher und eindrucksvoller, die Action ist noch übertriebener und aufwendiger choreographiert, die Röcke sind kürzer und die Dekolletes tiefer als je zuvor. Sexappeal pur als unbezwingbare Waffe…tja, nur darum geht es, der Film spielt damit und lebt davon. Für Feministinnen vermutlich ein Schlag ins Gesicht aber als Mann kann man das dem Film einfach nicht vorwerfen, dafür sind die Engel einfach zu himmlisch.
Charlies Bedienstete sind natürlich von den üblichen Verdächtigen besetzt, mal abgesehen von Bosley, der jetzt von
Bernie Mac verkörpert wird. Schade eigentlich, denn dem komischen Potential eines
Bill Murray 
kann er nicht ansatzweise das Wasser reichen und man blickt etwas wehmütig auf den ersten Teil zurück, aber im Großen und Ganzen macht er seine Sache doch ganz gut.
Nach einem kurzen Gastspiel von
Bruce Willis 
ist natürlich dessen Ex von großer Bedeutung für den Film, da
Demi Moore 
die einzig nennenswerte Gegnerin für die 3 Engel ist, da sieht selbst der T1000
Robert Patrick 
alt aus.
Und was sagt uns das alles?
Erstklassige Besetzung, viel Martial Arts, Comedy und Action, insgesamt also ein sehenswerter und würdiger Nachfolger, der nichts wirklich anders, aber auch nichts wirklich schlechter macht als Teil 1. Für gute Laune sorgen kann er auf jeden Fall!
Fazit: Gelungenes Sequel, ein Muss für Fans des ersten Teils.