Produzent
Jerry Bruckheimer 
kehrt nach seinem misslungenen Ausflug ins Kinderfilm-Genre (
"Kangaroo Jack
") und einigen ebenso misslungenen patriotischen Selbstbekundungen (
"Pearl Harbor
",
"Armageddon
") unter der Regie vom „Lord of
"The Ring
"“
Gore Verbinski 
zurück zu seinen Wurzeln, dem High-Budget Unterhaltungskino ohne sonderlichen Tiefgang (nautischer Begriff), aber dafür mit jeder Menge Action, „echten“ Männern und coolen Sprüchen. Und wie ihm das gelungen ist!
Wie erwartet, zeichnet sich „Fluch der Karibik“ technisch durch eine Bruckheimer typische Professionalität aus. Kameraeinstellungen und Fahrten sind schnörkellos, schöne und ruhige Landschaftsaufnahmen wechseln sich mit schnell geschnittenen Säbelduellen ab. Reichlich Spezialeffekte gilt es zu bewundern, die aber nie Überhand nehmen, sondern immer in das flüssige Gesamtbild passen. Hervorzuheben sind hier die Skelettanimationen, die ohne groß angelegte Effekthascherei auskommen, aber einfach schön anzuschauen sind.
Was bringt einen aber die beste technische Umsetzung, wenn der Plot kränkelt und die Darsteller nichts taugen?
Zum Glück ist aber für die Umsetzung der Abenteuergeschichte spürbar der Thriller Experte Gore Verbinski zuständig, der auf wohl verteilte Gruselelemente, viele unerwartete Storywendungen und hohe Tempiwechsel setzt. Die insgesamt gut durchdachte (nichts desto trotz kitschige) Geschichte hält den Zuschauer dann auch für die knapp 2/1/2 Stunden bei der Stange und wird nicht eine Sekunde langweilig, dafür passiert einfach immer zu viel und man ist viel zu sehr damit beschäftigt, auf den nächsten guten Spruch von Jack Sparrow zu warten. Trotz der Geschichte um Untote haben wir es hier aber keinesfalls mit einem Gruselfilm oder Thriller zu tun, Fluch der Karibik ist eher als Komödie zu verstehen oder als humoristischer Abenteuerfilm im Stile von
Indiana Jones mit allerdings deutlich mehr Schmunzeleinlagen. Verantwortlich dafür ist in erster Linie:
Johnny Depp 
! Als abgerissener, schrulliger Pirat Jack Sparrow mit teils leicht tuntigen Bewegungen, einer kuriosen Mimik und einem extrem hohen Coolnessfaktor liefert Johnny hier eine Performance ab, die seinesgleichen sucht und den gesamten Film im positiven Sinne zu einer One-Man-Show werden lässt.
Diese schauspielerische Ausnahmeleistung haben wohl auch Verbinski und Bruckheimer bemerkt, denn sämtliche anderen Darsteller (die keineswegs schlecht sind) dienen eigentlich nur als „Supporting Charakter“ für Johnny Depp. Der überzeichnete und in allen Belangen
zu rechtschaffene und gutherzige Will Turner (
Orlando Bloom, der seine Sache zwar gut macht, einen aber immer nach seinem Bogen und den spitzen Ohren suchen lässt) liefert einen direkten Kontrast zum viel facettenreicheren Jack Sparrow und bildet mit Elizabeth Swann (
Keira Knightley 
als nicht immer ganz „frauliche“ Prinzessin) zwar ein schönes „Märchenbuchpärchen“, spielt aber trotzdem nur die zweite Geige. Auch
Geoffrey Rush 
, der als böser Barbossa an seiner Rolle sichtlich viel Spass hatte und auch für den einen oder anderen Lacher zuständig ist, wird im Prinzip nur dazu „missbraucht“, den eigentlichen Star ins rechte Licht zu rücken… und das ist auch gut so!
Denn selbst wenn sich in naher Zukunft keiner mehr an die Geschichte um den Fluch der Karibik erinnern wird, das eindrucksvolle Bild des Rockstars unter den Piraten bleibt erhalten und jeder nachkommende „Skull & Crossbones“ Matrose muss sich daran messen lassen… und wird es nicht leicht haben.
Fazit: Rundum gelungenes Unterhaltungskino mit hohem Spaßfaktor und einem phänomenalen Johnny Depp als jetzt schon legendären Pirat Jack Sparrow!