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Tomb Raider - Die Wiege des Lebens
Original-Titel: Lara Croft Tomb Raider: The Cradle of Life
Land/Jahr: USA/Deutschland/Japan/Groß Britannien / 2003
Genre: Action, Drama, Abenteuer
Mit: Angelina Jolie .... Lara Croft
Gerard Butler .... Terry Sheridan
Regie: Jan De Bont
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    Die Croft bei dem was sie am Besten kann: Schätze suchen, Männer verprügeln, gut aussehen…das war es dann auch so im Groben…reicht das etwa nicht?

    Eine Kritik von Marcus Schäferbarthold, 21.08.2003
 
Inhalt
 
 
Die Archäologin, Forscherin, PC- und nicht zuletzt Sexikone Lara Croft (Angelina Jolie ) findet bei einer Schatzsuche in einem versunkenen Tempel die "Büchse der Pandora", welche alles Übel der Welt enthält und bei Öffnung des Gefäßes auf die Menschheit losgelassen werde. Wie es dann ja immer so kommt will sich natürlich zeitgleich ein etwas weniger netter Zeitgenosse auch dieser Büchse bemächtigen und mit ihrer Hilfe die Menschheit…sagen wir mal: auf das nötigste dezimieren. Lara kann das ihrerseits gar nicht gutheißen und versucht das mit Hilfe ihrer verflossenen Liebe Gerard Butler (Terry Sheridan) zu verhindern und stellt sich dabei ziemlich vielen (unter anderem Til Schweiger) Gefahren in den Weg. Ob das mal gut geht?...
 
Kritik
 
 
In der mittlerweile langen Liste der Computer- bzw. Videospielumsetzungen war Tomb Raider ein verhältnismäßig großer Erfolg, so dass ein Sequel zwangsläufig folgen musste. Dass der zweite Teil mit dem ebenso langen Titel: „Lara Croft Tomb Raider: Die Wiege des Lebens“ eine ungleich kürzere Story bietet, ist nur einer der zahlreichen Kritikpunkte. Was Regisseur Jan de Bont  hier zusammengeschnürt hat, ist praktisch eine Spieladaption auf die große Leinwand ohne tieferen Inhalt, sondern mit ein Fortschreiten des Plots wie es im Computerspiel üblich ist: Die Szenarien sind aufgebaut wie unterschiedliche Level mit jeweils unterschiedlichem Setting; China, Europa, Afrika heißen die Stationen, warum und wieso man jetzt gerade hier oder dort ist und vor allem, warum komischerweise auch die Gegner zufällig zur gleichen Zeit am gleichen Ort sind, wird meistens nicht geklärt, ist aber wohl auch eher Nebensache.

Generell bleibt der Plot immer sehr seicht an der Oberfläche, es wird beispielsweise nie näher auf die Ziele des verrückten Wissenschaftlers eingegangen, der ja die Menschheit ausrotten will, aber das muss es scheinbar auch nicht, denn es reicht wohl, einfach nur böse zu sein.
So ergeht es allen anderen Charakteren allerdings auch, die motivations-, plan- und sinnlos ihre Aufgaben zu erfüllen versuchen, mit dem einzigen Ziel, Lara ins rechte Bild zu rücken.

Das Lara Croft ja eigentlich Archäologin ist, vergisst man nach spätesten zehn Minuten, hier geht es nämlich nicht um Abenteuer, Mystik und Entdeckergeist, sondern rein um die Selbstinszenierung eben dieser einen Person, auch wenn die Geschichte unübersehbar vom großen Vorbild Indiana Jones inspiriert ist, ohne allerdings dessen Qualität zu erreichen. Das geht dann auch soweit, dass die gesamte Endsequenz ein Plagiat aus einem der drei Indy Teile ist, etwas ideenreicher hätte es schon sein können.

Warum Lara sich im Verlauf der Geschichte unbedingt die Hilfe ihres Ex-Lovers Gerard Butler holen muss, bleibt weitestgehend ungeklärt, reicht aber als simpler Aufhänger für die sehr platte Liebesgeschichte. Wo wir auch schon bei den Hauptakteuren gelandet sind: Lara und Gerard liefern sich permanent peinliche und prä- pubertäre Machospielchen der lächerlichsten Art. Das fängt bei Laras erstem Auftritt mit dem Jet Ski an, wo sie uns „eindrucksvoll“ ihre Kunststückchen präsentiert, geht weiter über eine Motorradszene, in der Mrs. Croft wagemutig aber grundlos über die chinesische Mauer fährt und findet ihren Höhepunkt in der wohl schlechtesten Liebesszene des Jahres, wo ständig zwischen oben und unten, Macht und Ohnmacht, Mann und Frau gewechselt wird. Das Lara auch am Ende den deutlich längeren Pferdeschwanz hat, muss dem Zuschauer in nahezu jeder Szene aufs Neue gezeigt werden und wird in der Körperinszenierung besonders deutlich:

Lara strahlt trotz ihrer stark hervorgehobenen weiblichen Attribute sehr viel „Männlichkeit“ aus, wird in (zu) enge, fetischisierende Anzüge gepresst und wirkt insgesamt sehr androgyn, aber das war im ersten Teil ja nicht anders.
Neu hingegen ist der Charakter des Gerard Butler, der größtenteils mit freiem Oberkörper präsentiert wird und sich in jeder Einstellung sichtlich bemüht, seine Muskeln kräftig spielen zu lassen.
Das wirkt etwas platt inszeniert und kann das gewünschte Bild des gefährlichen und verruchten, aber begehrenswerten und toughen Good-Guys nicht aufbauen, dafür ist die Charakterisierung zu schmierig und selbstverliebt; Gerard ist von Anfang an einfach nur unsympathisch.

Wenn schon die Geschichte und die Darsteller nichts hergeben, könnte ja wenigstens in den Action Sequenzen und Computereffekten eine Stärke von Tomb Raider 2 liegen…Nein, auch nicht.
Die Kampfeinlagen beschränken sich auf die aus Teil 1 bekannten Hau-Drauf Orgien, Lara springt etwa alle 20 min von irgendetwas herunter und die Animationen sind nicht näher zu erwähnen…

Die Wiege des Lebens ist ein uninspirierter, höhepunktsloser, langweiliger und irgendwie altbacken wirkender zweiter Teil, der auch zu Zeiten von Tomb Raider 1 nicht für Aufsehen gesorgt hätte.

Fazit: Mäßiges Sequel zu einem mäßigen ersten Teil.


Tomb Raider - Die Wiege des Lebens

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 2/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 1.962962962963

Schnellwertung:


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