Das hört sich auf den ersten Blick nicht so spannend an, ist es auch nicht. Die Geschichte schleppt sich, obwohl von Grund auf eigentlich nicht schlecht, von Minute zu Minute und man sehnt sich von der Zehnten an nach einer baldigen Entscheidung. Doch das dauert noch. Zunächst einmal muss hier eine anscheinend im Handbuch für angehende Drehbuchautoren als Muster genutzte Geschichte abgespult werden. Der Spannungsbogen ist spätesten seit 1952 ausgekaut. Eine höhepunktslose Einstellung jagt die nächste, und würde nicht ab und zu ein Schnitt á la "The Ring " für kurzzeitiges Atemanhalten sorgen, stünde einem gemütlichen Nickerchen auf dem heimischen Sofa nichts im Wege. Diese für Bruchteile von Sekunden eingespielten Bilder und dazugehörigen Geräusche sind nicht neu und passen auch narrativ hier gar nicht ins Konzept, aber sie zeigen, das der Regisseur Jaume Balagueró  neuere Genrevertreter rezipiert haben muss. Von allein wär’ er wohl nicht drauf gekommen. Nach 93 Minuten dann der einzige Lichtblick des Films, der Showdown. Das war’s. Abspann und Ende. In dieser innovationsfreien Zone filmischen Schaffens bleiben die einzelnen Charaktere bis zum Ende völlig unbeleuchtet, ihre Beziehungen zueinander ein Rätsel, die sie belastenden Probleme offen und die Motivation ihres Handelns ungeklärt. So ist es nicht verwunderlich, dass man Schwierigkeiten bekommt, insbesondere die Zusammenhänge zwischen einzelnen Personen und deren Handlungsweisen zu erkennen. Der im Mittelteil bedingt auftretende Anflug von Suspense pulverisiert sich alsbald selbst, indem beispielsweise ein völlig stereotyper Psychopath konkrete Fragen in Rätseln beantwortet und das Protagonistenpaar damit ohne erkennbaren Grund auf die angeblich einzig logische Spur führt. Wer’s glaubt… Dafür das der Film tatsächlich mit kleineren und größeren europäischen und internationalen Filmpreisen überhäuft wurde (Brussels International Festival of Fantasy Film; Catalonian International Film Festival, Sitges, Spain; Fant-Asia Film Festival; und noch etliche mehr) ist er doch recht unspektakulär. Im Jahre 2000 auf dem Fantasy Film Fest zu Recht mit weitgehender Missachtung gestraft. Da sieht man´s mal wieder, wer sich nur anmeldet, greift auch mal ’nen Preis ab. Der in anderen Kritiken angekündigte Spannungsaufbau lockt dem Genrefan allenfalls ein müdes Gähnen aus dem Antlitz, während die anderen zwischen Ekel und Desinteresse hin und her gerissen sein werden. Fazit: Nicht wirklich schlecht, aber frei von eigenen Ideen. Handwerklich korrekte Thrillermassenware. |