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The Nameless
Original-Titel: Los Sin nombre
Land/Jahr: Spanien / 1999
Genre: Horror, Thriller
Mit:
Regie: Jaume Balagueró
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    Eine Mutter auf der Suche nach ihrer tot geglaubten Tochter stößt auf die Abgründe der menschlichen Psyche und scheint daran zu zerbrechen.

    Eine Kritik von Ralf Schwalbe, 05.05.2003
 
Inhalt
 
 
Irgendwo in einem Abwasserrohr wird die grässlich entstellte Leiche eines kleinen Mädchens gefunden. Nahezu alle Indizien, die eine eindeutige Identifizierung möglich machen, sind ausgelöscht worden. Schließlich stellen die Ermittler fest, dass es sich wohl um die Leiche der kleinen Angela handelt. Die Ehe der Eltern geht daran zu Bruch. 5 Jahre später meldet sich plötzlich eine Mädchenstimme bei Claudia (Emma Vilarasau), der Mutter und behauptet, ihre Tochter Angela zu sein. Sie behauptet, sie würde von bösen Menschen gefangen gehalten und regelmäßig gequält. Claudia soll sie befreien, aber nicht die Polizei einschalten. Also macht sich Claudia allein auf die Suche nach ihrer Tochter, denn sie ist fest davon überzeugt, dass sie noch am Leben ist.
 
Kritik
 
 
Das hört sich auf den ersten Blick nicht so spannend an, ist es auch nicht. Die Geschichte schleppt sich, obwohl von Grund auf eigentlich nicht schlecht, von Minute zu Minute und man sehnt sich von der Zehnten an nach einer baldigen Entscheidung. Doch das dauert noch. Zunächst einmal muss hier eine anscheinend im Handbuch für angehende Drehbuchautoren als Muster genutzte Geschichte abgespult werden. Der Spannungsbogen ist spätesten seit 1952 ausgekaut. Eine höhepunktslose Einstellung jagt die nächste, und würde nicht ab und zu ein Schnitt á la "The Ring " für kurzzeitiges Atemanhalten sorgen, stünde einem gemütlichen Nickerchen auf dem heimischen Sofa nichts im Wege. Diese für Bruchteile von Sekunden eingespielten Bilder und dazugehörigen Geräusche sind nicht neu und passen auch narrativ hier gar nicht ins Konzept, aber sie zeigen, das der Regisseur Jaume Balagueró  neuere Genrevertreter rezipiert haben muss. Von allein wär’ er wohl nicht drauf gekommen. Nach 93 Minuten dann der einzige Lichtblick des Films, der Showdown. Das war’s. Abspann und Ende. In dieser innovationsfreien Zone filmischen Schaffens bleiben die einzelnen Charaktere bis zum Ende völlig unbeleuchtet, ihre Beziehungen zueinander ein Rätsel, die sie belastenden Probleme offen und die Motivation ihres Handelns ungeklärt. So ist es nicht verwunderlich, dass man Schwierigkeiten bekommt, insbesondere die Zusammenhänge zwischen einzelnen Personen und deren Handlungsweisen zu erkennen. Der im Mittelteil bedingt auftretende Anflug von Suspense pulverisiert sich alsbald selbst, indem beispielsweise ein völlig stereotyper Psychopath konkrete Fragen in Rätseln beantwortet und das Protagonistenpaar damit ohne erkennbaren Grund auf die angeblich einzig logische Spur führt. Wer’s glaubt…

Dafür das der Film tatsächlich mit kleineren und größeren europäischen und internationalen Filmpreisen überhäuft wurde (Brussels International Festival of Fantasy Film; Catalonian International Film Festival, Sitges, Spain; Fant-Asia Film Festival; und noch etliche mehr) ist er doch recht unspektakulär. Im Jahre 2000 auf dem Fantasy Film Fest zu Recht mit weitgehender Missachtung gestraft. Da sieht man´s mal wieder, wer sich nur anmeldet, greift auch mal ’nen Preis ab. Der in anderen Kritiken angekündigte Spannungsaufbau lockt dem Genrefan allenfalls ein müdes Gähnen aus dem Antlitz, während die anderen zwischen Ekel und Desinteresse hin und her gerissen sein werden.

Fazit: Nicht wirklich schlecht, aber frei von eigenen Ideen. Handwerklich korrekte Thrillermassenware.


The Nameless
Angela erscheint immer wieder im Traum

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 3/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 4.25

Schnellwertung:


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