Mit Top Gun schuf Regisseur
Tony Scott 
für Paramount Pictures den Blockbuster, nach dem viele Studios Mitte der 80er gesucht haben. Sein Film fackelt nicht lange herum, hebt schnell zu den beeindruckenden Luftaufnahmen ab, zwischendurch wird das Machoismus der Navy Piloten, angeführt von
Cruise,
Kilmer und
Edwards, zur Freude des weiblichen Publikums präsentiert, auch eine kleine - aber wohl eher unnötige - Lovestory wird eingebaut, um alle Klischees zu erfüllen.
Am sich immer näher rückenden
Ende des Kalten Krieges wird noch einmal ganz deutlich den Zuschauern vor Augen geführt, wie
böse die Russen, in den schwarzen MIGs, doch sind - da ist es ja ganz klar, daß ein paar
fesche Navy Burschen den bösen bösen Russen mal ordentlich eins verpassen müssen. Kaum eine Szene, wo man im Hintergrund nicht
Stars and Stripes sieht oder blau, rot und weiß sieht - der übertriebene Patriotismus des Films wird schon nach wenigen Minuten lästig, aber etwas anderes hat man hier auch nicht erwarten dürfen.
Das bis dato
beste Werbevideo der US Navy ließ die Kinokassen aber nicht nur in den Vereinigten Staaten, sondern auch in der ganzen westlichen Hemisphäre läuten. Daß der Film in der Sowjetunion und im Ostblock nicht zugelassen wurde, ist wohl verständlich. Der Erfolg ließ, neben Paramount Pictures, die mit Top Gun einen der finanziell größten Erfolge der Filmgeschichte in den 80er Jahren feierten, hauptsächlich 3 Personen im Sonnenlicht erscheinen:
Regisseur Tony Scott, der nach seinem letzten Film vor Top Gun mit dem Titel
"The Hunger", von vielen Seiten Kritik einstecken mußte. Anthony Edwards (
Emergency Room’s Dr. Green) konnte nach seiner ersten Hauptrolle in
"Gotcha" einen erneuten Erfolg feiern. Edwards hätte sogar nach Meinung von etlichen Kritikern eine Oscar Nominierung als bester Nebendarsteller für seine Leistung als Goose verdient - er wurde jedoch von der Academy nicht berücksichtigt. Nach Top Gun wurde es auch stiller um Anthony Edwards, erst Mitte der 90er Jahre wurde man wieder auf ihn aufmerksam durch seine Rolle als Dr. Green in der Hit TV Serie "Emergency Room". Das größte Kapital aus Top Gun schlug wohl
Tom Cruise, für den das
Flieger Action Movie den Aufstieg zum
absoluten Superstar in der Branche bedeutete und den Grundstein für seine Karriere als - zumindest von der finanziellen Seite her - erfolgreichsten Schauspieler Hollywoods legte.
Der Film polarisierte die Zuschauer in zwei Lager - die einen hätten am liebsten den Kinosaal wohl
nach wenigen Minuten verlassen, die anderen konnten
nicht genug bekommen von den selbstherrlichen Macho Typen auf der Leinwand. Auf der einen Seite wurde der
übertriebene Patriotismus, die
einseitige Weltanschauung des Films, das
platte Drehbuch, die unverkennbare
Werbewirkung für die US Navy kritisiert, auf der anderen Seite wurden die
beeindruckenden Luftaufnahmen gelobt und die Zimmer vieler Teenie Mädchen wurden wohl mit Top Gun Posters geschmückt.
Conclusio: Top Gun bietet kurzweilige Unterhaltung mit
viel Action und Oberflächlichkeit.