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Wrong Turn
Original-Titel: Wrong Turn
Land/Jahr: USA/Deutschland / 2003
Genre: Horror, Thriller
Mit: Desmond Harrington .... Chris Finn
Eliza Dushku .... Jessie Burlingame
Regie: Rob Schmidt
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    Da biegt man einmal falsch ab und schon steht man im Wald…oder im falschen Kinosaal. Selten war ein Filmtitel treffender…

    Eine Kritik von Marcus Schäferbarthold, 03.09.2003
 
Inhalt
 
 
Der junge, aufstrebende Fast-Mediziner Chris Finn (Desmond Harrington ) gerät in einen Stau… und das obwohl er ein richtig wichtiges Vorstellungsgespräch hat. Kurz den Wagen gewendet und die vermeintliche Abkürzung durch einen düsteren Wald genommen… und prompt in den Jeep von fünf jungen, attraktiven Campern gefahren, die ihrerseits mit vier Plattfüßen die Straße blockieren. Also geht’s per pedes quer durch den Wald auf der Suche nach Hilfe. Die kommt dann auch, aber anders als erwartet…nämlich in Gestalt dreier Kannibalen, die den lieben langen Tag nichts anderes machen, als Menschen zu jagen, zu erlegen und zu verspeisen…
 
Kritik
 
 
Teenie Horrorfilme gibt’s wie Sand am Meer. Bei dieser schieren Masse kommt es schon mal vor, dass die eine oder andere Idee übernommen und sich an den bekannten Größen wie "Scream ", "The Texas Chain Saw Massacre " oder "Friday the 13th " orientiert wird. Wrong Turn zeigt sehr deutlich, dass er versucht, den Status dieser „Originale“ zu erreichen, indem er hin und wieder aus anderen Filmen zitiert und sich an vielen Stellen als Hommage an diese Klassiker versteht. Das ist ja auf den ersten Blick nicht verwerflich und kann für den einen oder anderen Schmunzler sorgen, aber den Film ausschließlich als Kopie bekannter Horrorgrößen zu präsentieren weil es an eigenem Ideenreichtum zu sehr mangelte ist schon dreist.
Aber von Anfang an:

Chris trifft nach seinem Unfall auf die schon erwähnten fünf Camper. Die fünf Freunde bestehen aus zwei Pärchen und einer attraktiven Solodame. Eines der Pärchen wird als kiffendes, sexhungriges und anarchisch angehauchtes Teeniepaar charakterisiert, also genau das, was eine prüde, biedere Gesellschaft nicht sehen will. Das zweite Paar im Bunde besteht aus einem komischen Hippie (mit Sonnenblumenkette, vermutlich Pazifist) und seiner etwas schüchternen Verlobten. Auch nicht unbedingt das Erstrebenswerteste, aber immerhin schon besser als das erste Paar. Welches der beiden Paare zuerst das Zeitliche segnen soll, wird an dieser Stelle nicht verraten…überrascht sein wird man jedenfalls nicht.
Ebenso wenig überraschend ist auch die dritte potentielle Paarformierung, die zwar im Laufe des Films noch etabliert werden muss (Frauen wollen schließlich erobert werden), aber keinen Zweifel am Ausgang der Handlung lässt.

Unser intellektueller Hänsel ist nun also mit seiner Gretel und den beiden anderen verbliebenen Statisten auf dem Weg durch den finsteren Wald und kommt an ein Häuschen, zwar ohne Hexe, dafür aber mit den „Three Stooges“, den Bösewichten in „Wrong Turn“.
Die entstellten Wilden, die ausschließlich mit Grummel- und Grunzgeräuschen kommunizieren, sehen aus wie eine verunglückte Mischung aus dem Texas Chainsaw Massacre Charakter Leatherface und der Jacksonschen Interpretation eines Orks und sind gerade dabei, sich ihr Mittagessen zuzubereiten, genug Konservendosen von anderen falsch abgebogenen Campern haben sie ja noch im Kühlschrank. Warum diese drei „Menschen“ in diesen Wäldern leben, einen Schrottplatz mit unzähligen Campergefährten haben, deren ehemalige Besitzer nicht vermisst werden und warum diese Wesen nicht sprechen können, komisch aussehen und Menschen fressen oder teilweise einfach nur töten wird nicht geklärt. Es gibt keine Motive, keinen Hintergrund, sie sind einfach nur da und sie sind böse…

Und bemerken natürlich die Neuankömmlinge. Es beginnt die schon erwähnte Menschenjagd im düsteren Wald. Spätestens jetzt wird’s unlogisch. Die dezimierte Campergruppe flieht auf einen Aussichtsturm… und wird Genretypisch auch immer wieder gefunden und eingeholt. Kein Wald der Welt ist groß oder dicht genug um sich vor diesen Kreaturen zu verstecken. Zwischendurch fallen ein paar Mal die Frauen der Schöpfung hin und eine zufällig erscheinende Hilfe in Form eines Parkrangers ist auch nicht wirklich lange hilfreich. Bis dann schließlich der Showdown wieder in der Hütte stattfindet. Toll.

Der offensichtliche Versuch, hier einen zweiten Leatherface mit einem der Stooges (Three Finger) zu schaffen, scheitert kläglich schon im Ansatz. Dafür ist einfach zu wenig Kultmasse vorhanden.
Einzig die teilweise blutrünstigen Szenen und ein, zwei gelungenen Schockeffekte bieten ein wenig Abwechslung, aber auf Grund des unlogischen Scripts, der unmotiviert agierenden Darsteller und platten Dialoge schafft es Wrong Turn nicht, aus dem tiefen Wald, in dem er spielt, hervorzutreten.

In einem Wort: Hinterwäldlerisch…

Auf dem offiziellen Filmposter steht: „It´s the last one you´ll ever take“. Bleibt nur zu hoffen, dass sich Regisseur Rob Schmidt auch daran hält!


Wrong Turn
Die vier (noch) Überlebenden...

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 1/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 6.375

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von hermann



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