Wer
Charlton Hestons 
langen Wüstenmarsch als
Moses genossen hat, wird in
Planet der Affen nicht enttäuscht. Unter den merkwürdigsten Geräuschen, welche
Jerry Goldsmith 
aufnahm und wohl auf einem antiken Grammophon gespielt werden, durchwandert Heston endlose Wüstenlandschaften. Einerseits ergibt dies ein gutes Stimmungsbild, wie zermürbend und mühsam die ganze Situation doch ist, auf der anderen Seite will man jedoch unterhalten werden. So ist der Film in vielen Szenen langatmig und umständlich. Aus der damaligen Perspektive bedeuteten diese langen Szenen jedoch genau jenes Stimmungsbild, welches gefragt war. So war auch
Stanley Kubrick
2001 - Odysee im Weltraum 
aus demselben Jahr mit ebenso langen und sättigenden Eindrücken übersät.
Die Konkurrenz zu 2001 bleibt unübersehbar; beide Filme beschäftigten sich zum ersten mal in der Geschichte der Science-Fiction mit etwas Unbegreiflichem; einer Macht gegen welche ein Mensch klein, unbedeutend und sogar erbärmlich wirkte. Regisseur
Franklin J. Schaffner 
war damit einer der ersten, welche die Science-Fiction Filme in eine respektable Filmgattung wandte. Zwar verfolgten immer noch "böse Aliens" (hier also die Affen) den Helden, dies alles besaß jedoch neuerdings einen tiefgründigeren Sinn. Der Planet der Affen widerspiegelte die genaue Situation jener Zeit, wo rassistische Konflikte an der Tagesordnung waren (dargestellt durch "Affenrassen"), wo dramatische Tierversuche die Öffentlichkeit aufschreckten und die Welt sich von einem Atomkrieg fürchtete. Planet der Affen bedeutete einen Übergang, bei dem die alten Elemente des bösen Monsters zwar immer noch mitspielten, jedoch die Menschheit genauso schlecht wegkam.
Rod Serling und Michael Wilson änderten Pierre das Geschehen in eine primitive Zeit, was nicht nur das Budget von 5 Mio. Dollar schonte, sondern auch eine makabre Szenerie für den nuklearen Holocaust darstellte. War es nicht Albert Einstein, der sagte: "Wenn der dritte Weltkrieg mit Atomwaffen geführt wird, so wird der nächste mit Stöcken und Steinen geführt"? Zugegeben, ein bisschen unglaubwürdig wirkt, dass die Affen Pistolen und Gewehre kennen, aber angesichts eines einfachen Papierfliegers in ungläubiges Staunen verfallen.
Dennoch wirkt die Geschichte nicht absolut unglaubwürdig. Charlton Heston, von dem man gewohnt war, übermenschliche Rollen wie
Ben Hur 
oder Moses zu sehen, symbolisiert den kräftigen und intelligenten Menschen der Zukunft. Man stellt ihn als den großen starken und zivilisierten Helden vor, also mit all jenen Eigenschaften, die wir in Zukunft haben sollen. Doch allmählich wird er menschlich und arrogant, später misshandelt und schließlich erbärmlich. Er verwandelt sich vom großen Helden in das einsame und gejagte Tier. Dadurch wirkt der Film realistisch, glaubwürdig und berührt uns tief im Innern.
Die Masken der Affen wirkten damals im Vergleich zu anderen Alienmasken absolut realistisch und glaubwürdig. Der Prothesenkonstrukteur John Chambers erhielt einen Ehrenoscar für seine verblüffenden Affenmasken. Das Geniale ist, dass Roddy McDowall und Kim Hunter zwar unter Masken stecken und unkenntlich sind, deren schauspielerische Leistungen aber dennoch zur Geltung kommen, und die Affen aussehen, als ob sie eine eigene Mimik hätten.
Aber auch in anderen Bereichen war Planet der Affen revolutionär. Denn als erster Film bot Planet der Affen Merchandising-Produkte wie Spielfiguren, Plastikraumschiffe, Masken, bedruckte Tassen und T-Shirts und derlei Krempel an, den wir von vor allem von
Star Wars gewohnt sind. Doch so eine Gut-Böse Schwarzweissmalerei, wie wir dies von Star Wars gewohnt sind, gibt es in Planet der Affen nicht. Der springende Punkt ist, dass sowohl Mensch als auch Affe der Täter und das Opfer sind. Doch erst in der letzten Minute erkennen wir, dass sie es nie gleichzeitig waren...