Ein zentraler Film der 70er. Clint Eastwood  spielt Harry "Dirty Harry" Calahan, Polizeiinspektor auf der Jagd nach dem psychopathischen Killer Scorpio. Obwohl er eine Welle von Selbstjustizfilmen lostrat, hält Siegels  Film eine dubiose Distanz zum law-and-order-Diktum späterer Imitatoren. Dirty Harry markiert nicht nur den Übergang zum einzelgängerischen, an der Grenze zur Psychose agierenden Helden des neueren Polizeifilms und -romans, er stellt seine Kontrahenten auch als Traumata der Gesellschaft dar: Scorpio ist ein wahnsinniger Vietnam-Veteran, Harry die misantrophe Verdichtung des urban cowboy; am Ende, als er sich endgültig aus der Gesellschaft katapultiert hat, wirft er seine Dienstmarke weg. Die Inszenierung ist wasserdicht, Lalo Schifrins  Musik legt einen hippen Teppich unter die Ereignisse, Bruce Surtees  Kameraarbeit potenziert die Emotionen in scharfem Hyperrealismus. Zwiespältig, großartig. Unter den vier Sequels konnte nur Eastwoods eigener Sudden Impact eine vergleichbare Qualitätsstufe erreichen. |