Die spannungsgeladene Geschichte wird aus der Sicht von Bales bestem Freund Max Schuhmacher (
William Holden 
) erzählt. Über diesen erlebt der Zuschauer auch das Leben der Diana Christensen (
Faye Dunaway 
), welche als Managerin der Show und Repräsentantin der Fernsehgeneration einen klaren Kontrast zu den restlichen Charakteren bildet. Durch sie erleben wir die Perspektive des sensations- und quotenlüsternen Senders, während wir durch Max die Realität und somit die Absurdität der Situation erleben.
Das Thema ist typisch für einen Film aus den siebziger Jahren. In dieser Zeit der Unsicherheit und des grossen Misstrauens gegen die eigene Regierung existierten Wut und Frustration über die zunehmende Ohnmacht des Individuums angesichts der Megakonzerne. Diese alles gipfelte in den achtzigern, so dass der Film für die damalige Zeit schon auf die Probleme hinwies. Die in den sechziger Jahren gepriesenen Individuen verschwinden, was nun zählt ist der Materialismus: Konzerne und Gewinn, in diesem Falle durch die Einschaltquoten. Doch das Thema ist keineswegs veraltet! Was früher als übertriebene und absonderliche Phantasie gefilmt wurde, entspricht heute zum grössten Teil der Realität. Ist Reality-Soap vielleicht der erste Schritt zu einem Reality-Thriller?
Im Film und dessen Motto "Ich bin verdammt wütend und ich mache dies nicht länger mit!" wird in den Vordergrund gedrängt, was viele von uns Filmfreaks gerne vergessen: Das Fernsehen ist nicht die Realität. Wir sind die Realität, und den Sinn unseres Lebens ersehen wir nicht aus der Glotze. Doch manche sehen dies nicht ein. Wie sonst ist es zu erklären, dass vor ein paar Jahren in Japan ein Mann nach mehreren brutalen Filmen den Bezug zur Realität verlor und Amok lief?
Im Zeitalter des Reality-TVs erreicht Regisseur
Sidney Lumets 
Film geradezu eine erfüllte Prophezeiung. Drehbuchautor
Paddy Chayewski 
führt uns nur wenige Schritte voraus, denn die Ereignisse im Film sind nicht mehr so unwahrscheinlich, wie sie es dem Zuschauer in den siebziger Jahren erschienen.
Network erhielt 1976 neun Oskarnominationen, wovon er vier gewann:
Peter Finch 
, erhielt den Oskar posthum als bester Hauptdarsteller für seine Leistung. Einen weiteren erhielten
Faye Dunaway 
als beste Hauptdarstellerin,
Beatrice Straight 
als beste Nebenrolle und
Paddy Chayefski 
für das beste Drehbuch. Dass
Sylvester Stallones
Rocky I 
den Oskar des besten Filmes vor Network bekam, liegt vermutlich an der weniger anspruchsvolleren Thematik und seiner dazu verhältnismässig kleineren Popularität. Nebenbei bekam Network einen Platz unter den besten 100 U. S. Filmen, welche jemals gedreht wurden.
Dieser anspruchsvolle Film hat alles, eine beinahe perfekte Besetzung, ein fantastisches Drehbuch und einen exzellenten Regisseur, welcher ausgezeichnete Arbeit leistet. Er lässt sich mehrfach anschauen und besticht durch seine grandiosen sozialkritischen Monologe.
Bemerkenswert ist die Beschriftung auf der Titelseite der DVD-Hülle. Nur ein, zwei Darsteller sind mit dem richtigen Namen beschriftet. Soll dies die unzuverlässige Wahrheit eines Senders darstellen oder unterlief dem Verantwortlichen tatsächlich ein Fehler?