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Das Dschungelbuch
Original-Titel: The Jungle Book
Land/Jahr: USA / 1967
Genre: Zeichentrick, Komödie, Musical
Mit: Stimmen von:
Phil Harris
Louis Prima
Sterling Holloway
Sebastian Cabot
George Sanders
Clint Howard
Regie: Wolfgang Reitherman
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    Gefunden vom weisen Panther Baghira wächst das in der Wildnis ausgesetzte Menschenkind Mogli sorglos bei einer Wolfsfamilie auf. Als sich eines Tages die Nachricht von der Rückkehr des menschenfressenden Tigers Shir Khan wie ein Lauffeuer verbreitet, machen sich alle große Sorgen um Mogli, denn sie haben das fröhliche Menschenkind richtig lieb gewonnen. Es wird beschlossen, Mogli in die weit entfernte Menschensiedlung in Sicherheit zu bringen.
    Baghira soll ihn dorthin begleiten- doch Mogli denkt erstmal nicht im Traum daran, seinen geliebten Dschungel zu verlassen. Ein spannendes und lustiges Abenteuer beginnt - mit dem lebensfrohen Bären Balu, dem swingenden Affentanz von King Louie, einer pompösen Elefantenparade, singenden Geiern und der hypnotischen Schlange Kaa.
    Doch als Balu seinen kleinen Menschenfreund nur in letzter Sekunde vor Shir Khan retten kann, muss Mogli einsehen, dass er im Dschungel nicht nur Freunde hat. Und vielleicht könnte es ihm in der Menschensiedlung doch gefallen, denn beim ersten, zaghaften Blick aus sicherer Entfernung hat er ein Mädchen entdeckt, mit dem er sich nur zu gerne anfreunden würde...

    Zeichentrickklassiker aus dem Hause Disney, lose inspiriert von Ruard Kiplings Dschungelbuch


    Eine Kritik von Christoph Huber , 04.12.2000
 
Inhalt
 
 
Das Baby Mogli wurde im Dschungel ausgesetzt und vom schlauen Panther Baghira gefunden. Der bringt ihn zu einer Wolfsfamilie, wo er mit den Jungen aufgezogen wird. Jahre später, Mogli ist inzwischen ein Junge, kehrt der gefürchtete, bevorzugt Menschen hassen- und fressende Tiger Shir Khan in den Dschungel zurück. Baghira fürchtet um Moglis Sicherheit und beschließt schweren Herzens, den Jungen in die Menschensiedlung zurückzuführen. Doch die Dinge verlaufen nicht so einfach, nicht zuletzt, weil der eigensinnige Mogli glaubt, sich auch ohne die Hilfe des Panthers durchschlagen zu können. Der Riesenschlange Kaa gelingt es beinahe, Mogli zu hypnotisieren und als williges Frühstück zu verspeisen, die Elefantenbrigade, geführt vom alteingesessenen Colonel Hathi, weiß wenig mit dem menschlichen Neuzugang anzufangen und im Tunichtgut Balu, einem stets fröhlichen Bären, findet Mogli schließlich einen zweiten Spaßvogel, mit dem er glaubt tun zu können, was er will. Doch eine Affenbande entführt ihn aus dessen Händen zum irren Affenkönig Louie, der ihm das Geheimnis des Feuers entlocken will. Der schon mehr als entnervte Baghira und Balu machen sich auf, ihn zu befreien, und der Tiger Shir Khan ist mittlerweile auch schon im Dschungel angekommen...
 
Kritik
 
 
Bei Das Dschungelbuch handelt es sich um den letzten abendfüllenden Disney-Film, an dem der Namensgeber  der Riesenfirma noch selbst beteiligt war. Zwar verstarb Walt Disney 1966, also über ein Jahr vor der Veröffentlichung, doch war er noch an der Entwicklung der Geschichte beteiligt. Dennoch merkt man dem Dschungelbuch ein wenig von der kommenden Ära an: Die Geschichten wurden stromlinienförmiger, die Animationen weniger detailliert. In Das Dschungelbuch verließ man sich zum ersten Mal weniger auf die Rhythmik der Bewegungen, um die Charaktere zu definieren, als auf altbekannte Stimmen, an die die Figuren angelehnt wurden. Altmime George Sanders  etwa spricht im Original den majestätisch-bedrohlichen Tiger Shir Khan, Jazzlegende Louis Prima  trumpft als Affenkönig Louie auf und Phil Harris ´ Intonation des Balu ist Legende. Die deutsche Synchro, über der ein wenig der Geist von Wenzel Lüdecke Mitte der 60er schwebt, kann da nicht ganz mit, ist allerdings durchaus in Ordnung (wenn Bär Balu mal "knorke" sagt, ist das mittlerweile schon wieder sehr komisch). Nicht synchronisiert wird ja glücklicherweise die Musik selbst, der vielleicht wichtigste Bestandteil des Dschungelbuchs. Zwischen den aus zahlreichen Kolonialismusepen gewohnten indischen Motiven und swingender Ausgelassenheit pendelt der Score und ist hauptverantwortlich für den reibungslosen Übergang von Komik und kindgerechter "Bedrohung."
Besondere Erwähnung verdienen hier vor allem die Szenen mit der Schlange Kaa, deren oszillierende Hypnoseaugen samt schmeichelndem Gesang einem Acid-Trip genauso nahe stehen wie die irren Tänze King Louies oder die gelegentlichen Aussetzer Balus, der sich manchmal wie ein wahrer Sexguru aufzuführen scheint, wenn er sich genüsslich an allem Umstehenden reibt. Solche Abartigkeiten, die sich erst (oft beim Wieder-Sehen) dem Erwachsenenauge erschließen, haben natürlich auch einiges mit dem Reiz der Disney-Animationswelt zu tun. So sauber, so rein wollte der schon immer seine garantiert familienfreundliche Unterhaltung haben, dass er seine Angestellten in streng überwachte Trutzburgen sperrte - kein Wunder, dass sie auf die eine oder andere Art revoltierten.
Revolution ist natürlich kein Thema im Dschungelbuch - abgesehen von den oben erwähnten Zwischenspielen hat man Rudyard Kiplings Kurzgeschichten in eine leicht konsumierbare Abfolge von Sketches rund um einzelne Charaktere entstellt (von denen Mogli dann immer etwas lernen kann, auch wenn er sich dagegen wehrt - der didaktisch-konservative Zug Disneys ist halt doch nie ganz zu überwinden), die vor allem dank des lebhaften Soundtracks und weniger wegen der Animation Freude machen. Das allerdings hat sich in den über dreißig Jahren seit seinem Erscheinen nicht geändert. Auch wenn er als Drogenfilm natürlich interessanter bleibt. Wie Bär Balu auf deutsch als Devise ausgibt: "Probier´s mal mit Gemütlichkeit."


Das Dschungelbuch
Gemütlichkeit, bananenförmig

Wertung:
Redaktion: Redaktionswertung: 5/7
Leser: Durchschnittsleserwertung: 4.4516129032258

Schnellwertung:


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